Donnerstag, 19. September 2013

Kurzer Abstecher nach Florenz.

Denn das kann man sich von Siena aus erlauben; sich einfach mal in den Zug setzen und für einen Tagestrip nach Florenz fahren. Und genau das haben meine finnische Mitbewohnerin und ich auch am Sonntag gemacht.

Das Wetter war leider nicht so berauschend, aber darüber kann man ja hinwegsehen. Die Bahnfahrt verlief erstaunlich ereignis- und problemlos, und nach gut anderthalb Stunden kamen wir also am Bahnhof Santa Maria Novella an. Einmal aus der Tür gefallen, und schon war man an der gleichnamigen kleinen Kirche angekommen.


Da meine Mitbewohnerin bereits vor vier Jahren eine Zeit lang in Florenz gelebt hat, kannte sie sich auch recht gut aus, so dass wir uns während des gesamten Aufenthalts nur einmal und das auch nur geringfügig verliefen. Nach meiner bisherigen Erfahrung mit italienischen Städten zu urteilen, ist das ein kleines Wunder. Eigentlicher Plan war gewesen, den Dom zu besichtigen und die Galleria dell'Accademia, da sich in letzterer der David befindet und dieser seit Jahren ganz oben auf meiner Italienliste steht. Von diesem Plan umgesetzt haben wir allerdings so mal gar nichts, da der Dom nicht offen war, und die Schlange vorm Museum unendlich lang. Ich nehme das jetzt einfach mal als Hauptgrund, dass ich zurückkehren muss nach Florenz.

Doch auch ohne David war unser Florenzaufenthalt sehr schön. Erstmal sind wir durch die Läden geschlendert auf der Suche nach Schmuck, Handtaschen oder Unterwäsche (alles recht erfolglos), und nach kurzer Zeit fanden wir uns auf dem Piazza del Duomo. Mit tausenden an Touristen (überall in Florenz, wirklich überall). Der Dom ist wirklich absolut atemberaubend schön, und wenn man an ihm emporschaut, wird einem schwindelig. (Laut Wikipedia ist es der viertgrößte Dom Europas.) Ich muss ihn also auch unbedingt noch einmal von innen sehen. Also erst den David anschauen, und dann den Dom, und als nächstes dann die Uffizien, denn die haben wir auch nicht anschauen können.











Allein um sich alle Details der Außenfassade anzuschauen, braucht man wahrscheinlich einen Monat. Wie gesagt, atemberaubend schön.

Unser Weg führte uns von dem Dom weg hin zum Piazza della Signoria, auf dem man auch von Eindrücken (sowohl künstlerischen als auch architektonischen) überhäuft wird. Auf und an ihm findet man zum Beispiel den Palazzo Vecchio, von dem ich kein richtiges Bild geschossen habe, eine Nachbildung des David, den Neptunbrunnen, die Perseusstatue von Cellini, und die Loggia dei Lanzi, die einige wunderschöne Statuen birgt.




Da meine finnische Mitbewohnerin Mode studiert, und das Guccimuseum direkt am Piazza della Signoria liegt, gingen wir also dortrein. (Im Gegensatz zu anderen Museen wird man hier gleich als erstes auf Geschenkshop und angrenzendes Café hingewiesen, bevor der Rundgang beginnt, nur um am Ende wieder genau dort zu enden.) Dort durfte man natürlich auch nicht fotografieren, und Versuche waren unmöglich, da es pro Stockwerk gut gekleidete, finster dreinblickende Wachmänner gab. Ich werde also den Anblick von Meisterhand gefertigter Reisekoffer und Roter-Teppich-Roben (Taillenumfang geschätzt 45 cm) lediglich im Gedächtnis behalten können.

Nach dem Guccimuseum stand ein weiteres Must von Florenz an, Ponte Vecchio. Um ehrlich zu sein, war ich ein wenig enttäuscht, weil ich sie mir etwa doppelt so groß vorgestellt habe. Aber das ist Jammern auf höchstem Niveau.




(Blick den Arno entlang)

Nach Ponte Vecchio begaben wir uns auf die Suche nach einem bezahlbaren Restaurant. Das dauerte etwa 1.5 Stunden. Nach dem Essen fanden wir dan noch einen Laden für Second-Hand-Luxusklamotten. (Es gab da eine Diorsonnenbrille, die es mir angetan hatte, aber Second-Hand-Luxus ist eben immer noch Luxus, und so auch die Preise.) Deshalb ging es gegen Abend auf in den wohl schlecht sortiertesten H&M der Welt und einen ebenso chaotischen Zara-Laden. In letzterem erstand ich ein seidenes Jäckchen für 10 €, was 40€ billiger ist als der Originalpreis. Ich fühlte mich wie Marge Simpson, als sie das Chanelkostüm fand (und so in etwa kam ich auch so besagtem Jäckchen, denn es lag als Einzelstück unter geschätzt 80 anderen Klamotten jeder Form und Farbe).

Gegen 10 waren wir dann wieder zurück im Wohnheim, mal wieder per Taxi, weil hierhin absolut nichts fährt, aber der Tag war sehr schön, wenn auch anstrengend, so dass man sich so eine Taxifahrt schon mal leisten kann. (War immer noch billiger als die Diorsonnenbrille.)

Dienstag, 10. September 2013

Einkäufe gehören auch zum Leben.

Es hat aber keiner gesagt, dass diese nützlich sein müssen. Und in diesem Falle sind sie es auch nur bedingt, aber deswegen nicht minder erfreulich, denn ich habe einen Makeupladen (das sieht seltsam aus) gefunden, bei dem der Nagellack keine 8€, sondern nur 1,50€ kostet, und auch nicht von schlechter Qualität ist. Das nenne ich doch mal die Mittagspause richtig genutzt.




Außerdem landeten Kekse im Einkaufswagen, und wer jetzt sagt, ich habe sie nur aufgrund ihrer Form gekauft, hat vollkommen Recht.


Donnerstag, 5. September 2013

Mein Domizil in der Toskana.

Der Ort, in dem ich bin, heißt Uòpini und ist ein kleines Stückchen außerhalb Sienas. Hier also habe ich ein Wohnheimdoppelzimmer bezogen, gleich neben dem Friedhof. (Manche Dinge ändern sich nie.)


 
 
Dem bereits erwähnten Spaziergang durch Uòpini entspringen die nächsten Bilder.




(Ich sollte eine Liste machen mit Dingen, die der TÜV bei uns nicht zulassen würde. Nach sieben Tagen fallen mir spontan schon zwanzig ein.)
 
 
Und noch eins vom Duomo bei Sonnenuntergang, einfach so:
 
 


Dienstag, 3. September 2013

Das erste Eis ist gegessen. Plan erfüllt.

 
 
 
 
Wir reden hier nicht über den Preis, denn der tut weh. Aber gut war es, jedoch mit Luft nach oben. (Turin, ich setze auf Dich.)
 
Heute war Touritag mit meiner finnischen Mitbewohnerin: Sienas Altstadt zu Fuß und mit Fotoapparat in der Hand. Das endete dann also in eben erwähntem Eis (denn die anderen Mitbewohner sind nicht so für Eis; ich muss das nicht verstehen), und ein paar sehr schönen Fotos.
 
 
(Das Wetter ist genauso toll, wie es aussieht. Höchstens mal ein paar Schönwetterwolken bei 30 Grad. Hier ist noch nicht September.)



 
Der Dom ist wunderschön. Wir kamen von einer der kleinen Seitenstraßen ganz plötzlich auf den Domplatz, und es war überwältigend schön. Drinnen waren wir noch nicht, aber es sind ja auch noch dreieinhalb Wochen hier.



 
Letzteres ist übrigens der Blick, den man von der Mensa aus hat. Soviel also dazu.
 
P.S.: Wer gutfunktionierende Heilmittelchen bei Mückenstichen hat, bitte melden.
 
 
 
 

Montag, 2. September 2013

Tag 4, oder: wie ich einen italienischen Handyverkäufer in die Verzweiflung trieb.

Nach drei Tagen des Stresses (sonntags fahren keine Busse, lasst euch das gesagt sein; ich schleppte meine Koffer 3.5km durch die sonntägliche Toskanaidylle. Bergauf, versteht sich.) habe ich nun die erste Nacht in meinem Wohnheim nahe Siena verbracht. Es ist etwas ab vom Schuss, aber vom Standard her super (auch wenn das einige Leute hier anders sehen, aber darüber reden wir hier einfach nicht). Nur die Mücken nerven, und dass sie scheinbar Ellbogenfetischisten sind.

Im Wohnheim habe ich ein Apartment bezogen, das zwei Doppelzimmer hat (jeweils mit Bad) und eine gemeinsame Küche und Terrasse. Meine Mitbewohnerin ist Spanierin und spricht kein Englisch, also versuchen wir es eben mit einer Mischung aus Italienisch und Spanisch, Katalan und Portugiesisch. Die beiden Mädels in dem anderen Zimmer sind einmal aus Düsseldorf (aber diese Mitbewohnerin ist mein erster positiver Eindruck der Stadt, das muss hier sofort erwähnt werden), und Finnin. Alles eigentlich super soweit (mal von der Sache mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und Drachen in der Businformation abgesehen).

Gestern waren wir im Restaurant der Stadt essen - der Rat einer Freundin, alles zu essen, was mir serviert wird in Italien, dürfte sich als guter herausstellen, wenn das gestrige Essen ein Indikator für die Qualität ist. Ich hatte Meeresfrüchtesalat, und wenn ich nicht wüsste, dass die anderen Sachen ebenso großartig sind, würde ich mich nur noch davon ernähren.

Heute Morgen war dann der Einschätzungtest für unsere Italienischkurse, und morgen geht es dann richtig los. Na mal sehen. Nach dem Test sind wir durch die Altstadt Sienas gewandert, aber ich hatte meinen Fotoapparat vergessen, also kommen die Fotos etwas später. Wir haben unsere Mensa gefunden, und für 4,50€ kriegt man vier Gänge plus Getränk. Womit wir wieder beim Thema Essen wären, und bei der Tatsache, dass ich immer noch kein Eis gegessen habe. Wie kann das sein?

Heute war auch der Tag, an dem ich ein komplettes Verkaufsgespräch auf Italienisch geführt habe. In einem TIM-Shop, was einem Telekomshop entspricht. Ich wollte eine SIM ohne Internet. Bei den Worten "senza Internet" ist der Verkäufer leicht grün angelaufen und hat mir zwei Minuten erklärt, wie nützlich und wichtig und sowieso das Internet doch ist. Vielleicht glaubt er jetzt, ich lebe in einer Höhle. Dafür habe ich auch nix bei ihm gekauft, sondern beim Konkurrenten Wind, wo ich 25€ weniger bezahlt habe und jetzt unter einer italienischen Nummer erreichbar bin (und fast nur unter dieser, weil ich mein Zweithandy in Deutschland gelassen habe und die SIM aus meinem alten Handy rausnehmen musste). Wie dem auch sei, die Liebe der Italiener für ihr Handy zahlt sich in diesem Fall aus.

In ein paar Minuten wollen wir einen Spaziergang machen, um vielleicht den Sonnenuntergang über den Hügeln der Toskana aufnehmen zu können. Das ist nicht der schlimmste Satz, den ich je schreiben musste in meinem Leben.

Bilder zu diesem textlastigen Blogeintrag folgen.